Kapitel 03 · Grundlagen

Drei Handlungsbereiche,
ein Prüfungsziel.

Die Inhalte der Weiterbildung sind nicht beliebig, sondern in der bundeseinheitlichen Prüfungsverordnung festgelegt. Der Rahmenstoffplan gliedert den Stoff in drei Handlungsbereiche, die zusammen das Rückgrat der IHK-Prüfung bilden.

Redaktion Next Level Lesezeit · 8 Minuten Zuletzt geprüft: April 2026

Jeder zugelassene Bildungsträger arbeitet dieselben Handlungsbereiche durch, auch wenn sich Gewichtung, Reihenfolge und didaktische Aufbereitung unterscheiden. Der Stoff verlangt sowohl Rechenkompetenz als auch Führungswissen und branchenspezifisches Handelsverständnis.

Handlungsbereich 1 — Unternehmensführung und -steuerung

Handlungsbereich 1 · schriftlich geprüft

Das betriebswirtschaftliche Fundament

Situationsaufgabe 1 180 Min.
  • 01
    Recht und Steuern BGB, HGB, Gesellschaftsrecht, Gewerbe- und Wettbewerbsrecht, Grundzüge der Steuerlehre.
  • 02
    Rechnungswesen und Controlling Buchführung, Bilanz, GuV, Kostenrechnung, Deckungsbeiträge, Kalkulation im Handel.
  • 03
    Finanzierung und Investition Finanzierungsformen, Kreditarten, Leasing, Investitionsrechnung, Liquiditätsplanung.
  • 04
    Unternehmensorganisation Aufbau-/Ablauforganisation, Prozessmanagement, Qualitätsmanagement, Strategieentwicklung.

Handlungsbereich 2 — Führung und Zusammenarbeit

Handlungsbereich 2 · schriftlich geprüft

Personalführung und Arbeitsrecht

Situationsaufgabe 2 180 Min.
  • 05
    Personalplanung und -auswahl Bedarfsermittlung, Stellenbeschreibung, Rekrutierung, Auswahlverfahren, Vertragsgestaltung.
  • 06
    Mitarbeiterführung Führungsstile, Motivation, Delegation, Konfliktmanagement, Teamentwicklung.
  • 07
    Arbeitsrecht Individualarbeitsrecht, Kündigungsschutz, Betriebsrat, Tarifvertrag, Arbeitsschutz.
  • 08
    Ausbildung (AEVO) Ausbildungsordnung, Ausbildungsplan, Durchführung. Oft als integrierter AEVO-Teil im Lehrgang.

Handlungsbereich 3 — Handelsmarketing und Handelslogistik

Handlungsbereich 3 · schriftlich geprüft

Der branchenspezifische Kern

Situationsaufgabe 3 180 Min.
  • 09
    Beschaffung und Einkauf Lieferantenbewertung, Verhandlung, Einkaufskooperationen, Sortimentsverantwortung.
  • 10
    Warenwirtschaft und Logistik Warenannahme, Lagerhaltung, Inventur, Warenfluss zum Point of Sale, Schwundprävention.
  • 11
    Sortiments- und Preispolitik Sortimentsbreite/-tiefe, Category Management, Preiskalkulation, Aktionspreise.
  • 12
    Marketing und Vertrieb Werbung, Verkaufsförderung, Omnichannel, Kundenbindung, Marktforschung.

Prüfungsgewichtung

Nicht jedes Thema geht gleich stark in die Endnote ein. Die typische Gewichtung nach Prüfungserfahrung:

Rechnungswesen & Controlling20 %
Handelsmarketing & Vertrieb18 %
Beschaffung & Logistik16 %
Führung und Zusammenarbeit16 %
Recht und Steuern15 %
Unternehmensorganisation15 %

Wie man mit dem Stoff umgeht

Die meisten Absolvent:innen berichten, dass Rechnungswesen und Controlling die härtesten Brocken sind — nicht wegen der Theorie, sondern wegen der Rechenroutine. Handelsmarketing hingegen ist der persönlich interessanteste Teil, weil er direkt auf den Alltag im Handel einzahlt.

Wer am Küchentisch plant: rechnen, lesen, hören. Zahlenfächer am Schreibtisch, Theorie unterwegs als Podcast, Rechtstexte zum Schlafengehen.

Was nicht Teil der Inhalte ist

Die Weiterbildung macht dich nicht zum Spezialisten für eine bestimmte Branche des Handels. Fachwissen zu Lebensmittelrecht, Textilverarbeitung oder Agrarhandel bringst du aus der Praxis mit. Ebenfalls nicht im Pflichtstoff: Sprachen, IT-Spezialkenntnisse, SAP-Bedienung.

Als nächstes

Wie die drei Prüfungsteile aufeinander aufbauen — und was eine „Situationsaufgabe" konkret verlangt — steht auf der Seite Prüfung Handelsfachwirt.