Kapitel 05 · Weiterbildung

Vollzeit, Teilzeit
oder Fernlehrgang.

Die Weiterbildung ist in drei Formaten möglich — mit entsprechend unterschiedlicher Dauer, Belastung und Lernkultur. Welches Format passt, hängt mehr vom Leben drumherum ab als vom Lernstoff selbst.

Redaktion Next Level Lesezeit · 11 Minuten Zuletzt geprüft: April 2026
Format A

Vollzeit

6–9
Monate · Mo–Fr ganztägig
  • ca. 40 Unterrichtsstunden/Woche
  • Durchgängiger Tagesrhythmus
  • Starke Lerngruppenbildung
  • Kein Einkommen während des Kurses
Arbeitssuchende BAföG Intensiv
Format B · am weitesten verbreitet

Berufsbegleitend

18–24
Monate · abends und samstags
  • ca. 8–12 UE/Woche, oft Di+Do + Samstag
  • Weiter arbeiten, weiter verdienen
  • Arbeitgeberbeteiligung häufig
  • Hohe Belastung, klare Struktur nötig
Berufstätige Zuschuss möglich Realistisch
Format C

Fernlehrgang

12–24
Monate · asynchron + Live-Sessions
  • Selbstlernphasen + wöchentliche Webinare
  • Ortsunabhängig, auch im Schichtdienst
  • Erfordert hohe Selbstdisziplin
  • ZFU-Zulassung beim Anbieter prüfen
Remote Flexibel Für Disziplinierte

Wie sieht eine typische Woche aus?

Am Beispiel des berufsbegleitenden Formats, das für gut zwei Drittel aller Teilnehmenden die erste Wahl ist:

Mo
Arbeit 8h
Pause
Di
Arbeit 8h
Präsenz 18–21:30
Mi
Arbeit 8h
Selbst 60 min
Do
Arbeit 8h
Präsenz 18–21:30
Fr
Arbeit 8h
Freizeit
Sa
Präsenz 8–15
Nacharbeit 90 min
So
Vertiefung 2h
Pause

Zwei Abendtermine unter der Woche, ein langer Samstag, am Sonntag Nacharbeit — das ist der Standardrhythmus.

Anbietertypen im Überblick

IHK-Bildungszentren bieten Lehrgänge oft direkt am Ort der Prüfung. Dozenten sind erfahren, Inhalte eng an der Prüfungsverordnung. Preise im oberen Mittelfeld.

Private Bildungsträger wie WBS Training, DAA, IBB bieten ein breites Spektrum. Qualität variiert — seriöse Anbieter arbeiten mit erfahrenen Dozenten und Prüfungsvorbereitungsphasen.

Fernakademien wie ILS, SGD, HAF oder AKAD bieten ZFU-zugelassene Fernlehrgänge mit gut ausgearbeiteten Materialien. Für Selbstlerner eine gute Option.

Volkshochschulen bieten vereinzelt Lehrgänge, meist berufsbegleitend und kostengünstig. Qualität hängt vom lokalen Dozententeam ab.

Woran du einen guten Lehrgang erkennst

  • Bestehensquote: Ab 80 % im guten Bereich, über 90 % im oberen. Wer keine Zahl nennt, sollte erklären, warum.
  • Prüfungsbezug: Wie viele Probeklausuren werden geschrieben? Gibt es ausführliches Feedback?
  • Dozenten: Idealerweise selbst Prüfer oder Ex-Prüfer bei einer IHK.
  • Gruppengröße: 10–25 Teilnehmer erlauben individuelle Rückmeldung. Über 30 ist kritisch.
  • Extras: Lernplattform, Übungsaufgaben, mündliche Simulation, Hilfe bei IHK-Anmeldung.

Kosten: was du erwarten kannst

  • Berufsbegleitend (IHK-Bildungszentren): 4.500 – 6.500 €
  • Private Anbieter: Ähnlich wie IHK, teils auch darunter
  • Fernlehrgänge: 2.500 – 4.500 €
  • Vollzeitlehrgänge: 5.500 – 8.500 €

Dazu kommen IHK-Prüfungsgebühren (600–800 €), Fachbücher (150–400 €) und Fahrtkosten. Wie sich die Kosten über Aufstiegs-BAföG und andere Instrumente deutlich senken lassen, steht auf der Förderungsseite.

„Entscheidend ist nicht, ob online oder präsent — sondern ob du andere Lernende regelmäßig siehst. Lerngruppen machen 60 % des Erfolgs aus."

Warum brechen Leute ab?

  1. Unterschätzter Zeitaufwand: 15 Stunden pro Woche lernen + 40 Stunden arbeiten = eine belastete zweite Lebenshälfte.
  2. Lebensereignisse: Familienzuwachs, Jobwechsel, Krankheit. Die meisten IHKs ermöglichen Unterbrechungen.
  3. Rechnungswesen als Stolperstein: Wer bisher kein Zahlenfach hatte, braucht oft zusätzliche Vorkurse.

Empfehlung

Wer berufsbegleitend startet, sollte vor der Anmeldung mit Partner:in, Kindern und Arbeitgeber sprechen — und im Idealfall eine feste Lerngruppe planen.